Die Geschichte zum Nachlesen

< Freitag, 13. April 2018
Datum: 14.04.2018

Samstag, 14. April 2018


BIBEL: Am gleichen Tag noch übereignete König Ahasveros den Besitz Hamans, des Feindes der Juden, Königin Ester. Außerdem wurde Mordechai zum König gebracht, denn Ester hatte dem König erzählt, in welcher Beziehung sie zu ihm stand. Der König zog seinen Siegelring ab - den er Haman wieder abgenommen hatte - und überreichte ihn Mordechai. Ester ernannte Mordechai zum Verwalter des Besitzes von Haman.

 

Ester 8,1-2

 

KOMMENTAR: Ester und Mordechaí waren in Sicherheit, doch der an sich unwiderrufliche Erlass des Königs stellte weiterhin eine Bedrohung für alle übrigen Juden im Land dar. Hamans Untergang und Mordechais Beförderung konnte Ester nicht wirklich trösten, solange Hamans Erlass zur Vernichtung der Juden noch in Kraft war.

 

BIBEL: Nun sprach Ester noch einmal beim König vor. Sie kniete zu seinen Füßen nieder und flehte ihn unter Tränen an, die von Haman, dem Agagiter, angezettelte Verschwörung gegen die Juden abzuwenden. Wieder streckte der König das goldene Zepter gegen Ester aus. Sie stand auf, stellte sich vor ihn und sagte: »Wenn mir Ihre Majestät wohlgesinnt ist und ich Ihnen angenehm bin, und wenn Ihnen die Sache gut und richtig erscheint, so erlassen Sie ein Dekret, um die Anordnungen Hamans, des Sohnes Hammedatas, des Agagiters, aufzuheben. Sein Vorhaben, die Juden in allen Provinzen des Königs zu töten, hat dieser ja schriftlich angeordnet. Denn wie könnte ich dem Unheil, das mein Volk trifft, und der Ausrottung meiner Verwandtschaft zusehen?« Da sagte König Ahasveros zu Königin Ester und zu dem Juden Mordechai: »Ich habe Ester Hamans Besitz gegeben, und er wurde an den Galgen gehängt, weil er die Hand gegen die Juden erhoben hatte. Nun schreibt in meinem Namen bezüglich der Juden ein Dekret, so wie ihr es wollt, und siegelt es mit meinem Ring. Bedenkt aber, dass ein Dekret, das im Namen des Königs geschrieben und mit dem Ring des Königs besiegelt wurde, nicht widerrufen werden kann.« Also wurden am 23. Tag des dritten Monats, des Monats Siwan, die Schreiber des Königs zusammengerufen. Nach dem Diktat Mordechais schrieben sie an die Juden und an die Satrapen, Statthalter und Provinzverwalter der 127 Provinzen von Indien bis nach Kusch. Der Erlass wurde in den jeweiligen Landessprachen und -schriften, einschließlich der der Juden, aufgeschrieben. Mordechai schrieb im Namen von König Ahasveros und versiegelte die Schreiben mit dem Ring des Königs. Er ließ die Briefe durch Eilboten überbringen, die Postpferde ritten, welche eigens für den König gezüchtet worden waren. »Der König gibt den Juden in jeder einzelnen Stadt das Recht, sich zum Schutz ihres Lebens zusammenzutun. Sie dürfen jede bewaffnete Schar eines Volkes oder einer Provinz, die sie einschließlich ihrer Frauen und Kinder bedroht, töten, vernichten und ausrotten sowie ihren Besitz plündern. Der dafür festgelegte Tag in allen Provinzen des Königs Ahasveros ist der 13. Tag des zwölften Monats, des Monats Adar.« In allen Provinzen sollte eine Abschrift dieses Dekrets als Gesetz erlassen und öffentlich verkündet werden. Auf diese Weise würden die Juden an dem entsprechenden Tag darauf vorbereitet sein, sich an ihren Feinden zu rächen. Auf Befehl des Königs machten sich die Boten schnellstens und in größter Eile auf den Weg; sie ritten auf Postpferden aus dem Stall des Königs. Auch in der Burg Susa wurde der Erlass verkündet.

 

Ester 8,3-14

 

KOMMENTAR. In diesen Schreiben hob er nicht nur Hamans Vernichtungsplan auF, sondern gestattete den Juden in allen Provinzen, sich aktiv gegen ihre Feinde zur Wehr zu setzen. Mordechai war inzwischen zum zweiten Mann im Reich aufgerückt.

 

BIBEL: Dann verließ Mordechai den König. Er war mit dem königlichen blau-weißen Gewand und einem Mantel aus Byssus und Purpur bekleidet. Auf seinem Kopf saß eine große goldene Krone. Die Einwohner der Stadt Susa freuten sich und jubelten. Auch die Juden waren froh und glücklich und jubelten. Überall begegnete man ihnen mit Achtung. In allen Städten und Provinzen, wo immer der Erlass des Königs verkündet wurde, freuten sich die Juden, jubelten und feierten und hielten einen Festtag. Viele Einwohner des Landes schlossen sich ihnen an, weil sie Furcht vor den Juden überfallen hatte.

 

Ester 8,15-17

 

KOMMENTAR: Haman hatte das Los (Pur) geworfen, um herauszufinden, welcher Tag besonders günstig war, um die Juden im gesamten Perserreich umzubringen. Genau an diesem Tag bekamen nun die Juden durch Mordechais Erlass die Möglichkeit, sich ihre schlimmsten Feinde zu entledigen. Und sie taten es. Doch dieses schreckliche Kapitel in der Geschichte darf hinter der Tatsache zurücktreten, dass die Juden in der Diaspora tatsächlich vor dem Untergang bewahrt wurden. Und das feiern sie jedes Jahr mit dem Purim-Fest, einem fröhlichen jüdischen Fest, bei dem man sich gegenseitig durch Geschenke Freude bereitet. Die Geschichte von Ester und Mordechai beschreibt sehr anschaulich, was dieses Fest begründet hat.

Für uns kann es darüber hinaus eine wertvolle Herausforderung sein - den Mut zu haben, für etwas einzustehen, das wir als richtig erkannt haben, ungeachtet des Schadens, den wir dabei möglicherweise erleiden. Wenn wir Menschen sagen und tun würden, was richtig ist, und nicht nur, was uns nützt, würde das oft viel Leid ersparen, ja, die Geschichte verändern - und genau das erlebte die Jüdin Ester, die ihr Volk durch ihren Mut rettete.